Andreas Waste

Eisenbahner. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1903    † 1942

 

Lebenslauf

Andreas Waste wurde am 30.11.1903 in Tigring/Klagenfurt geboren. Er war Eisenbahner in St. Veit/Glan und der Schwager von Ludwig Höfernig.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 4. 10. 1941 wurde Andreas Waste verhaftet und am 25. 4. 1942 vom Reichskriegsgericht in Klagenfurt gemeinsam mit Ludwig Höfernig, Maximilian Zitter, Richard Götzinger, Johann König, Karl Zimmermann, Peter Schlömmer, Josef Straubinger, Michael Essmann und Josef Kuchler (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 30.6.1942 erfolgte seine Hinrichtung im Landesgericht I in Wien.

Aus dem Urteil

„Der Angeklagte kennt den Mitangeklagten Zitter seit einigen Jahren. Er traf ihn etwa Mitte Juli 1941 in Treibach-Althofen auf dem Bahnhof. Zitter teilte ihm mit, dass ab 18. 7. italienische Truppen durch Kärnten geführt würden. Er schlug vor, dies nach Möglichkeit zu verhindern. Zu diesem Zweck sollten die Züge durch Anbringen von Bremskeilen an Weichen zum Entgleisen gebracht und Störungen durch Entfernen von Sicherungsringen aus Bremsschläuchen hervorgerufen werden. (…) Am 22. 8. 1941 traf Waste erneut den Kuchler. Sie unterhielten sich über ein Zugsunglück. Kuchler erzählte, dass er in Treibach-Althofen und in Neumarkt Schläuche durchgeschnitten habe. Waste erzählte daraufhin seinerseits, dass er in Scheifling das gleiche getan habe. (…) Als Kommunist hat der Angeklagte die Aufforderung zur Sabotage begrüßt. Er wusste, dass mit diesem Verbrechen der Feind unterstützt werden sollte.“

Gedenktafel, Denkmal

Sein Name steht auf der am 30. 6. 1946 enthüllten Gedenktafel am Bahnhof in St. Veit, ebenso auf dem Denkmal am Friedhof in St. Veit/Glan.

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Grab am Friedhof in St. Veit/Glan

Ursprünglich Wiener Zentralfriedhof (37-42-18). Exhumiert und kremiert. Im Mai 1947 am Friedhof in St. Veit/Glan beigesetzt.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Andere Bildrechte: Angabe bei Anklicken des Bildes (Bildinformation)
  • Andere Bilder: Privatbesitz oder Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen.

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizy, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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